Franz Wallack und die Traumstraße auf den Großglockner

Im heurigen Sommer 2017 feierte das Nationalparkzentrum Mittersill sein 10-jähriges Jubiläum und der Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße, Franz Friedrich Wallack (1887–1966), wäre im August dieses Jahres 130 Jahre alt geworden. Die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern GmbH und die Großglockner Hochalpenstraßen AG widmen daher dem Visionär und Pionier eine länderübergreifende gemeinsame Ausstellung im Nationalparkzentrum Hohe Tauern in Mittersill. Bei der feierlichen Eröffnung der Sonderausstellung heute Abend werden Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, „Großglocknerfreund" Sepp Forcher und rund 200 weitere Ehrengäste dabei sein. Damit ist die Ausstellungseröffnung die Bestbesuchte in der über 10-jährigen Geschichte des Nationalparkzentrums.

Der 1887 in Wien geborene und aufgewachsene Franz Wallack entstammte einer bürgerlichen Familie. Nach dem Abschluss seines Studiums zum Diplomingenieur an der Technischen Hochschule in Wien, begann er 1913 als Aushilfsingenieur beim Kärntner Landesbauamt. Unterbrochen vom Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg und der Teilnahme am Kärntner Abwehrkampf, entfaltete Franz Wallack eine beachtliche Produktivität im Kraftwerks-, Straßen-, Seilbahn- und Eisenbahnbau in Kärnten. 1924 wurde er dem Ausschuss zur Errichtung der Großglockner Hochalpenstraße als befähigt für Planung und Bau einer Straße, die Kärnten und Salzburg verbinden sollte, vorgestellt und durch sein glänzendes Konzept mit der Leitung beauftragt. 1925 begannen die Planungen für das außergewöhnliche Projekt, dessen Realisierung in die Zeit der Depression nach dem Ersten Weltkrieg, massenhafter Arbeitslosigkeit und des autoritären Ständestaates fiel.

Der Wiener Wallack verlegte in der Folge als Planer und Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße seinen privaten Lebensmittelpunkt in die Landeshauptstadt Salzburg und in den Pinzgau. Das Wirken Wallacks in Salzburg und „Innergebirg" führte zur endgültigen Realisierung, fulminanten Eröffnung und späteren Weiterentwicklung der Traumstraße auf den Großglockner, die jährlich fast eine Million Menschen in den Bann zieht. Zahlreiche Impulse für Technik und Straßenbau – so auch die Gerlos Alpenstraße – sind auf Wallacks Innovationskraft zurückzuführen. 1935 eröffnet, setzte die mit genialem Weitblick in die Natur eingebettete Großglockner Hochalpenstraße neue Maßstäbe, die hinsichtlich der Situierung und Anpassung an die natürlichen Gegebenheiten noch heute ihresgleichen sucht.

Aber auch die Vermarktungsstrategie, die von Beginn an auf den motorisierten Verkehr ausgerichtet war, trug – dem Stil der Zeit folgend – dazu bei, die Großglockner Hochalpenstraße als durchkomponiertes Monument, Synthese von Technik, Kunst und Natur zu positionieren. Ob Österreich mit der Großglockner Hochalpenstraße auch eine zehnte Welterbestätte erhält, wird die UNESCO bis zum Sommer 2019 entscheiden. Wallack hat zahlreiche Auszeichnungen der Republik Österreich und der Länder Salzburg und Kärnten erhalten, unter anderem ist er auch Ehrenbürger der Landeshauptstadt Salzburg sowie der Pinzgauer Gemeinden Bruck und Fusch an der Großglocknerstraße, Krimml und Gerlos im Zillertal. „Franz Wallack hat mit seiner Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes und sichtbar Zukunft und so auch unsere Gegenwart gestaltet. Dafür sind wir heute sehr dankbar", so Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf.

Die Sonderausstellung „Franz Wallack und die Traumstraße auf den Großglockner" wurde vom Landesmuseum Kärnten in Klagenfurt als Landesausstellung konzipiert und vom Grazer Ausstellungsbauer Andreas Zangl in Mittersill umgesetzt. Sie beschäftigt sich mit dem Erbauer, Erfinder, Fotografen und Menschen Franz Wallack, der mit seiner Pionierleistung bis heute gefeiert wird. Sie thematisiert neben dem Straßenbau selbst auch Wallacks vielseitige Persönlichkeit in Schlaglichtern, Geschichten und Objekten, lässt Zeitzeugen zu Wort kommen und zeichnet auch das Bild eines „modebewussten Ingenieurs" nach, der dem Geschmack seiner Zeit folgend, Details seiner Kleidung fortlaufend variierte und seinem besonderen Markenzeichen, dem „Wallack Sportanzug" (ein heller Anzug mit Kniebundhose und orangeroter Strickkrawatte) anpasste. So gekleidet finden wir Wallack aber auch vor seiner eigenen Erfindung, der Rotations-Schneefräse, abgebildet, die bis heute Jahr für Jahr die Hochalpenstraße (und zahlreiche alpine Straßen weltweit) von Schnee und Eis befreit und der ein eigener Ausstellungsteil gewidmet ist.

Ein Querschnitt durch Wallacks Fotografien, mit denen er die landschaftlichen Herzstücke der Hochalpenstraße in bis heute vertraute Bilder übersetzte, werden dem mächtigen Relief des Großglockners in der Ausstellung Nationalparkwelten gegenübergestellt und anschließend Verbindungslinien ins Heute gezogen, zu Themen wie der Schneeräumung, der Geologie der Hohen Tauern, Aspekten des Klimawandels …

Laufzeit: 1.11.2017 – 30.4.2018
Ort: Nationalparkzentrum Hohe Tauern, 5730 Mittersill,Gerlosstraße 18
Öffnungszeiten: täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr





Unterkunftstyp:

Anreise:

Aufenthaltsdauer:
Nächte
Unterbringung:
Zimmer
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